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Industrielle Landwirtschaft treibt Klimawandel voran / Vor Grüner Woche: Greenpeace veröffentlicht Report zu Klima und Landwirtschaft

Geschrieben am 08.01.2008 - [Nächster Artikel]

Hamburg (ots) - Eine der größten globalen Quellen für
klimaschädliche Treibhausgase ist die Landwirtschaft. Ein von
Greenpeace heute veröffentlichter Report zeigt auf, dass sie bis zu
einem Drittel der weltweiten Treibhausgase erzeugt - unter anderem
durch die Überdüngung der Äcker mit Stickstoff. Autor des Reports,
der vor der Internationalen Grünen Woche in Berlin (18.-27. Januar)
erscheint, ist der Wissenschaftler Pete Smith von der britischen
Universität Aberdeen. Er verfasste bereits den Landwirtschaftsteil
des 4. Berichtes des UN-Klimarates IPCC zum Zustand des Weltklimas.

"Der Ausstoß von Klimakillern in der industriellen Landwirtschaft
hat einen kritischen Punkt erreicht, es muss dringend gegengesteuert
werden", sagt Landwirtschaftsexperte Alexander Hissting von
Greenpeace. "Mit einfachen Mitteln kann die Landwirtschaft zu einem
natürlichen Speicher von Treibhausgasen werden und so dem Klimawandel
entgegenwirken. Die von hohem Energieeinsatz und Chemikalien
abhängige industrielle Landwirtschaft darf nicht weiter staatlich
unterstützt werden. Greenpeace fordert von Landwirtschaftsminister
Horst Seehofer, eine Abgabe auf Kunstdünger und Pestizide
einzuführen, um Projekte zur klimafreundlichen Umgestaltung der
Landwirtschaft zu finanzieren."

Die Landwirtschaft erzeugt Methan, Lachgas und CO2 vor allem durch
den übermäßigen Einsatz von Stickstoffdünger, Urwaldrodungen für
Acker- und Weideland, die Herunterwirtschaftung von Böden und die
intensive Tierhaltung. Weltweit belaufen sich die Emissionen auf 17 -
32 Prozent des gesamten vom Menschen verursachten Ausstoßes von
Treibhausgasen. Das entspricht aktuell 8,5 - 16,5 Milliarden Tonnen
CO2-Äquivalenten pro Jahr. Äquivalente bezeichnen eine gemeinsame
Bewertung für Treibhausgase. Methan und Lachgas werden dabei
entsprechend ihrer Klimawirksamkeit in Bezug zu CO2 gesetzt.

Die Überdüngung von Böden ist nach Berechnungen von Greenpeace der
größte Verursacher von Treibhausgasemissionen in der
landwirtschaftlichen Produktion. 2,1 Milliarden Tonnen CO2-
Äquivalente gehen jedes Jahr auf das Konto der Stickstoffdüngemittel.
Die Überdüngung führt zu Lachgasemissionen, die fast 300 Mal so
klimazerstörend sind wie CO2. Greenpeace nennt als
Klimaschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft, den Kunstdünger-Einsatz
zu verringern, brachliegende Böden zu vermeiden, den Humusanteil auf
dem Acker zu erhöhen sowie weniger Fleisch zu erzeugen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Alexander Hissting, Tel.
040-30618-339 oder 0171-8781 185, und Pressesprecherin Simone Miller,
Tel. 040-30618-343. Den Report "Cool Farming: Climate impacts of
agriculture and mitigation potential" (43 S.) und eine deutsche
Zusammenfassung (4 S.) finden Sie unter www.greenpeace.de.

Originaltext: Greenpeace e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/6343
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_6343.rss2
 
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