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Durchschnittliche Haushaltsgröße sinkt auch zukünftig

Geschrieben am 20.12.2007 - [Nächster Artikel]


Wiesbaden (ots) - Die Entwicklung hin zu kleineren Haushalten geht
auch in den nächsten Jahren weiter und vollzieht sich in sämtlichen
Bundesländern. Dies zeigt die Haushaltsvorausberechnung 2007 des
Statistischen Bundesamtes (Destatis), die Ergebnisse für die
Bundesländer bis zum Jahr 2020 umfasst. In den westlichen
Flächenländern sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße von 2007
bis 2020 voraussichtlich von 2,13 auf 2,02, in den neuen Ländern von
2,00 auf 1,90 und in den Stadtstaaten von 1,80 auf 1,72 Personen je
Haushalt.

In Berlin lebt bereits jetzt in über 50% der Haushalte nur eine
Person, 2020 dürften auch in Hamburg und Bremen mehr als die Hälfte
der Haushalte Einpersonenhaushalte sein. Eine Zunahme des Anteils der
Einpersonenhaushalte wird auch für alle anderen Länder erwartet. In
den Flächenländern werden 2020 zwischen 37% und 42% aller Haushalte
aus nur einer Person bestehen, zurzeit sind es 35% bis 41%.

Auch der Anteil der Zweipersonenhaushalte wird in den
Flächenländern noch zunehmen, in den Stadtstaaten dürfte deren Anteil
dagegen konstant bleiben. Der Anteil der Haushalte mit drei und mehr
Personen wird in allen Ländern sinken. In den alten Flächenländern
bestehen heute noch 29% aller Haushalte aus mindestens drei Personen,
2020 werden es voraussichtlich nur noch 24% sein. In den neuen
Ländern wird der Anteil dieser Haushalte von 25% auf 21% und in den
Stadtstaaten von 19% auf 16% zurückgehen. Dabei wird der Anteil der
Haushalte mit drei Personen in den alten und neuen Flächenländern
vergleichbar hoch liegen (12% beziehungsweise 13%). Haushalte mit
vier und mehr Personen werden in den alten Flächenländern (13%)
dagegen deutlich häufiger anzutreffen sein als in den neuen Ländern
(8%).

Zu dieser Entwicklung wird es voraussichtlich kommen, weil die
immer noch höhere Lebenserwartung der Frauen und die schneller als
bei den Frauen steigende Lebenserwartung der Männer zu einer Zunahme
der Ein- und Zweipersonenhaushalte im Seniorenalter führen dürfte.
Die niedrige Geburtenhäufigkeit, die Zunahme der Partnerschaften mit
getrennter Haushaltsführung und die hohe berufliche Mobilität dürften
auch bei der Bevölkerung im jüngeren und mittleren Alter für kleinere
Haushalte sorgen.

Mit der Verkleinerung der Haushalte wird es in den meisten Ländern
zu einer Zunahme der Zahl der Haushalte kommen. Besonders stark wird
diese Zunahme voraussichtlich in Hamburg (+ 7% gegenüber 2007) sowie
Baden-Württemberg und Bayern (jeweils + 6%) ausfallen, wo bis 2020
auch die Bevölkerungszahl steigen oder zumindest stagnieren dürfte.
Im Saarland sowie in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt
und Thüringen wird die Haushaltszahl dagegen abnehmen, weil die
Zunahme kleinerer Haushalte den erwarteten Bevölkerungsrückgang nicht
ausgleicht. In den anderen Bundesländern nimmt zwar die Bevölkerung
ebenfalls ab, aber in schwächerem Maße, und die Tendenz zu kleineren
Haushalten bewirkt hier insgesamt eine Steigerung der Zahl der
Haushalte.

Die dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf die Trendvariante
der Haushaltsvorausberechnung. In der Trendvariante werden die
mittel- bis langfristigen Veränderungen in der Verteilung der
Bevölkerung nach Haushalten unterschiedlicher Größe fortgeschrieben.
Daneben wurde auch eine Status-Quo-Variante berechnet, in der die
Ausgangsverhältnisse im Haushaltsbildungsverhalten konstant gehalten
wurden. Beide Varianten spiegeln die Auswirkungen der künftigen
Bevölkerungsentwicklung auf die Haushaltszahl und -struktur wider.
Künftige Veränderungen in der Struktur der Haushalte werden jedoch
nur in der Trendvariante abgebildet. Sie berücksichtigt implizit die
Verhaltensänderungen der Bevölkerung bei der Bildung der
Privathaushalte und stellt somit ein umfassenderes Zukunftsmodell
dar.

Eine ausführliche Darstellung der künftigen Entwicklung der
Haushalte und der Bevölkerung in Deutschland und den Ländern enthält
die Veröffentlichung "Demografischer Wandel, Heft 1, Bevölkerungs-
und Haushaltsvorausberechnungen" der Statistischen Ämter des Bundes
und der Länder. Sie ist im Internet-Angebot des Statistischen
Bundesamtes unter www.destatis.de, Pfad: Themen --> Bevölkerung -->
Vorausberechnungen Haushalte oder bei den Statistischen Landesämtern
zu beziehen.


Weitere Auskünfte gibt:
Reinhold Zahn,
Telefon: (0611) 75-2242,
E-Mail: demografie@destatis.de

ots-Originaltext
Statistisches Bundesamt
Rückfragen an obigen Ansprechpartner oder an:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
Telefon: (0611) 75-3444
Email: presse@destatis.de
 
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