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Fachkräfte häufig vernachlässigt

Geschrieben am 17.12.2007 - [Nächster Artikel]

Düsseldorf (ots) -

- Schlechte Personalpolitik verschärft Ingenieurmangel
- Investitionen in Weiterbildung zu gering
- Studie des VDI Wissensforums deckt Missstände auf

In Deutschland fehlen 25.000 Ingenieure. Die Unternehmen beklagen,
dass sie dadurch die gute Konjunkturlage nicht ausnutzen können. Das
Potenzial der eigenen Fachkräfte wird aber nicht richtig eingeschätzt
und vor allem nicht richtig gefordert, zeigt jetzt eine vom VDI
Wissensforum in Auftrag gegebene Studie. In den meisten Unternehmen
findet keine gezielte Personalentwicklung statt. Es werden nur wenige
Weiterbildungsmaßnahmen angeboten und diese gehen oft an den
Bedürfnissen vorbei. "Vor allem bei den klein- und mittelständischen
Unternehmen wird die Personalentwicklung größtenteils dem Zufall
überlassen", erkennt VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs, "dabei leiden
diese Unternehmen besonders unter dem Fachkräftemangel." So sind die
Ausgaben für Weiterbildung und Personalentwicklung in den letzten
Jahren trotz Ingenieurmangel nicht gestiegen.

"Mindestens fünf Prozent der Arbeitszeit muss für die
Weiterqualifikation der Mitarbeiter aufgewendet werden", fordert
Fuchs. "Bedingt durch den demografischen Wandel kommen nicht genügend
hochqualifizierte Kräfte nach. Somit muss in den bestehenden
Mitarbeiterstamm investiert werden. Insgesamt können und müssen auch
die Ingenieure selbst aktiv sein", nimmt Fuchs die Ingenieure in die
Pflicht, eigeninitiativ notwendige Weiterbildungsmaßnahmen
einzufordern. "Im eigenen Interesse sollten sie auch bereit sein,
privat Geld und Zeit in Weiterbildung zu investieren, wenn es nicht
anders geht. Denn unabhängig von der momentanen Situation gilt für
alle Ingenieure: Nur lebenslanges Lernen sichert eine lebenslange
Beschäftigung."

Deutlich macht die Studie, dass Weiterbildungsmaßnahmen in den
Unternehmen oftmals nicht zielgerichtet stattfinden. Den
Personalabteilungen ist häufig nicht bekannt, welchen Anforderungen
die Ingenieure in ihren Positionen genügen müssen. Bei den
Qualifikationsprofilen wird größtenteils auf fachliche Themen
gesetzt, obwohl in der beruflichen Realität oft Generalisten gefragt
sind. Konzerne messen dieser Tatsache mehr Bedeutung zu. Bei
Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern unterstützen nur etwas die
Hälfte aller Weiterbildungsmaßnahmen die fachliche Kompetenz, während
mit der anderen Hälfte methodische, persönliche und soziale
Kompetenzen gefördert werden. Unternehmen mit weniger als 500
Mitarbeitern - also die klein- und mittelständischen Unternehmen -
bieten ihren Mitarbeitern zu Dreivierteln Weiterbildungen zur
Stärkung der fachlichen Kompetenz, während die anderen Kompetenzen
nur sporadisch gefördert werden.

Auffällig ist auch, dass es keine differenzierten
Anforderungsprofile in Abhängigkeit von Fachbereichen und
Karrierewegen gibt. "Beispielsweise haben mehr als die Hälfe der
Ingenieure Personalverantwortung", erklärt Timo Taubitz,
Geschäftsführer des VDI Wissensforums, "darauf vorbereitet werden
aber nur wenige." Auch bei der Stellenbesetzung wird unabhängig
davon, ob es sich um eine Führungsposition oder eine Projektarbeit
handelt, hauptsächlich eine gute fachliche Qualifikation verlangt.
"Zusatzqualifikation werden aber in fast jeder Position benötigt",
weiß Weiterbildungsexperte Taubitz. Viele Ingenieure brauchen nach
eigenen Angaben in der täglichen Arbeit EDV-Kenntnisse (92 Prozent),
Präsentationssicherheit (81 Prozent), Betriebswirtschaftliche
Kenntnisse (65 Prozent), Kenntnisse bezüglich Rechtsfragen (61
Prozent) oder auch Spezialwissen aus anderen Fachgebieten (57
Prozent), wozu jeweils kein ausreichendes Angebot an
Weiterbildungsmaßnahmen vorliegt.

"Dabei lohnt sich die Förderung der angestellten Ingenieure
besonders. Sie sind nämlich sehr treue Seelen. Wenn sie gefördert und
gefordert werden, verlassen sie die Unternehmen sehr selten", so
Taubitz. Die befragten Ingenieure bleiben durchschnittlich 14 Jahre
bei einem Unternehmen und wechseln im Schnitt nur 2,6 Mal den
Arbeitgeber. "Dadurch wird eine zielgerichtete Weiterbildung
allerdings noch wichtiger", warnt Taubitz. "Wer 15 Jahre in einem
Unternehmen arbeitet, braucht dringend einen Blick nach außen, sonst
wird er betriebsblind. Und das kann sich in einer sich ständig
wandelnden Arbeitswelt und bei einer rasanten technischen Entwicklung
kein Ingenieur mehr leisten. Und kein Unternehmen kann sich solche
Ingenieure leisten."

Das VDI Wissensforum ist der Weiterbildungsträger des VDI Verein
Deutscher Ingenieure. Die Ergebnisse der Studie stehen unter
www.vdi-wissensforum.de zum Download bereit.

Originaltext: VDI Verein Deutscher Ingenieure
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/16368
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_16368.rss2

Ihr Ansprechpartner für die Pressearbeit:
Caesar Sasse
Telefon: +49 (0) 211 62 14-4 26
Telefax: +49 (0) 211 62 14-1 54
E-Mail: sasse@vdi.de
 
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