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Kuratorium der Kunststoff-Industrie fordert Risiko-Management

Geschrieben am 06.12.2007 - [Nächster Artikel]

Hamburg (ots) - Das Kuratorium der Kunststoff-Industrie plädiert
dafür, den Weg hin zu einem echten Risiko-Management zu beschreiten.
Die Vorsitzende des Gremiums Klaudia Martini erklärte jetzt bei einer
"Zum Umgang mit dem Risiko" betitelten Veranstaltung in Hamburg, die
Gesellschaft müsse sich von der Null-Risiko-Mentalität verabschieden.
Es gebe einfach keine Gesellschaft ohne Risiko. Dies müsse im
Bewusstsein der Menschen verankert werden.

Mitglieder des Kuratoriums und zahlreiche hochrangige Gäste hatten
sich zur öffentlichen Diskussion in Hamburg getroffen. Darüber hinaus
waren insbesondere viele junge Erwachsene mit dabei. Es referierten
Prof. Dr. Robert Leicht, Prof. Dr. Rolf Mülhaupt, Prof. Dr. Paul
Nolte und Dr. Manfred Spindler. WDR-Moderator Michael Brocker führte
durch die Veranstaltung, zu der der Hamburger Wirtschaftssenator
Gunnar Uldall ein Grußwort sprach. Uldall betonte, er freue sich,
dass eine so hochkarätige Veranstaltung in Hamburg durchgeführt
werde. Man erhoffe sich davon wichtige Impulse.

Professor Nolte - er ist Professor für neuere Geschichte an der
Berliner FU und unter anderem auch Mitglied des Rates für Innovation
der Bundeskanzlerin - sagte, Risiko sei die andere Seite der Medaille
der Gestaltbarkeit. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts habe man an
ein "goldenes Zeitalter" geglaubt: Freiheit, Sicherheit und maximale
Berechenbarkeit bei gleichzeitig unbegrenzten Chancen und
Möglichkeiten, dieser Traum sei ausgeträumt sei. Inzwischen habe aber
das Bedürfnis nach Risikoausschaltung in vielen westlichen
Gesellschaften ein Stadium erreicht, das zur Innovationshemmung
führe.

Der politische Korrespondent und Kolumnist Prof. Dr. Robert Leicht
beleuchtete das Thema Risiko aus politischer Sicht. "Ohne Bewusstsein
von Risiko gäbe es überhaupt keine Politik, keinen Staat", so Leicht.
Staat treibe man von jeher, um der Risiken Herr zu werden.
Unterscheide man aber heute nach Schadensminimierern und
Nutzenmaximierern, also danach, ob eher Chancen oder die Gefahr
Scheiterns gesehen werde, so seien die Deutschen inzwischen ein Volk,
das den Schaden möglichst klein halten wolle. Nutzensicherung sei
jedoch nicht ohne Risiko zu haben, umgekehrt sei das Minimieren von
Risiken keineswegs per se nachhaltig.

Dr. Manfred Spindler, Vorstandsmitglied der Evonik und von
PlasticsEurope Deutschland, sprach über das Risiko aus
wirtschaftlicher Sicht. "Zero risk", so Spindler, "ist nicht
erreichbar", die gesellschaftliche Toleranz für ein akzeptables
Restrisiko sei jedoch essentiell.

Prof. Dr. Rolf Mülhaupt näherte sich dem Thema aus
wissenschaftlicher Perspektive. Der Direktor des Instituts für
Makromolekulare Chemie der Uni Freiburg betonte, für die Wissenschaft
sei der Mut zum Risiko seit Jahrhunderten zentraler Lehr- und
Lerninhalt. "Nur wer etwas wagt kann wissenschaftliches Neuland
gewinnen" postulierte Mülhaupt.

Dem im Jahr 2000 gegründeten Kuratorium der Kunststoff-Industrie
gehören Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Lebensbereichen an.
Das Gremium arbeitet autonom. Ziel ist es, unabhängig und losgelöst
von den jeweiligen Tagesereignissen Kunststoff-Industrie und
Gesellschaft zu einem kritisch-konstruktiven Dialog
zusammenzubringen. Die Grundsätze einer vorausschauenden Politik und
der daran ausgerichteten Tätigkeit der Industrie stehen dabei im
Zentrum der Überlegungen des Kuratoriums. Immer wieder tritt das
Kuratorium mit Veranstaltungen an die Öffentlichkeit. Behandelt
wurden bereits Themen wie etwa die Energiegewinnung der Zukunft,
Fragen der Nachhaltigkeit, des Managements von Stoffströmen oder der
Verbrauchersicherheit. Dank Tagungsbänden sind nahezu alle
Veranstaltungen des Kuratoriums nachlesbar.

Die Mitglieder des Kuratoriums

Klaudia Martini
Rechtsanwältin, Staatsministerin a. D., Vorsitzende des
Kuratoriums, München

Verena Auffermann
Journalistin und Autorin, stellvertretende Vorsitzende des
Kuratoriums, Vorsitzende der Jury des Kunstpreises des
Kuratoriums, Berlin

Margit Conrad
Ministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes
Rheinland-Pfalz, Mainz

Prof. Dr. Manfred Eigen
Nobelpreisträger, Dir. (emer.) des Max-Planck-Instituts für
biophys. Chemie, Göttingen

Olaf Heukrodt
Mitglied des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Präsident
des Deutschen Kanuverbandes (DKV), Duisburg

Prof. Dr. Robert Leicht
Politischer Korrespondent und Kolumnist, Hamburg

Prof. Dr. Rolf Mülhaupt
Direktor des Instituts für Makromolekulare Chemie der Universität
Freiburg, Freiburg

Prof. Dr. Paul Nolte Professor für Neuere Geschichte mit
besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte in ihren
internationalen Verflechtungen an der Freien Universität Berlin,
Berlin

Hubertus Schmoldt
Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie (IG
BCE), Hannover

Günter Schwank
Unternehmer, Ehrenpräsident Gesamtverband
Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV), Schüttorf

Prof. Dr. Rudolf Stauber
Hauptabteilungsleiter Betriebsfestigkeit und Werkstoffe, BMW
Group, München

Originaltext: Kuratorium der Kunststoff-Industrie
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/64507
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_64507.rss2

Kontakt:
Kurt Stepping, Michael Herrmann
 
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