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Viel versprechende Zellimplantation nach Herzinfarkt
Geschrieben am 06.12.2007 - [Nächster Artikel] |
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Bonn (ots) - Wissenschaftlern der Universität Bonn ist zusammen mit US-Kollegen ein Aufsehen erregender Schritt in der Herzinfarkt-Forschung gelungen. In der kommenden Ausgabe der Zeitschrift "Nature" vom 6.12. berichten sie über ein Experiment, in dem sie Mäusen nach einem Infarkt embryonale Herzzellen einpflanzten. Die Versuchstiere waren danach vor lebensgefährlichen Herzrhythmusstörungen geschützt. Diese so genannten Kammertachykardien sind die häufigste Todesursache nach einem Herzinfarkt.
Die Wissenschaftler hatten Mäusen nach einem Infarkt mit embryonalen Herzmuskelzellen behandelt und dann versucht, durch elektrische Reizung eine Kammertachykardie hervorzurufen. Nur bei gut jedem dritten Tier geriet das Herz ins Stolpern - genauso selten wie bei kerngesunden Nagern. Bei unbehandelten Mäusen nach Herzinfarkt lag diese Quote dagegen praktisch bei 100 Prozent.
Mit den bislang für die Infarkttherapie genutzten Skelettmuskelzellen funktioniert das allerdings nicht - im Gegenteil: Die Schwere der Rhythmusstörungen nahm sogar zu, wenn die Forscher Skelettmuskelzellen verwendeten. Grund: Für eine geordnete Kontraktion ist es wichtig, dass die Zellen im Herzmuskel miteinander kommunizieren. Sie geben dazu gewissermaßen das "Schlagsignal" an ihre Nachbarn weiter. "Wirkliche" Herzmuskelzellen verfügen dazu von Natur aus über einen speziellen Kommunikationskanal. Dabei handelt es sich um ein Zelleiweiß namens Connexin 43. Embryonale Herzmuskelzellen bilden Connexin 43, Skelettmuskelzellen dagegen nicht.
Die Forscher veränderten daher Skelettmuskel-Zellen gentechnisch so, dass sie ebenfalls Connexin 43 herstellen konnten. Sie testeten auch diese Zellen an Mäusen mit Herzinfarkt - mit Erfolg: Das Risiko einer Kammertachykardie sank auf ein ähnliches Niveau wie bei gesunden Tieren. Diese Entdeckung öffnet möglicherweise die Tür zu einem völlig neuen Therapieansatz. So könnte man Stammzellen aus dem Beinmuskel eines Infarktpatienten nehmen und darin das Gen für Connexin 43 einschleusen. Diese veränderten Zellen ließen sich dann in das geschädigte Herz implantieren, ohne dass Abstoßungsreaktionen zu befürchten wären.
Originaltext: Universität Bonn Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/52098 Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_52098.rss2
Kontakt: Professor Dr. Bernd K. Fleischmann Institut für Physiologie 1, Life&Brain-Zentrum, Universität Bonn Telefon: 0228/6885-200 E-Mail: bernd.fleischmann@uni-bonn.de
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