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Liberalisierung im Apothekenmarkt: Die Branche bringt sich in Stellung / PTI-Konferenz "Apothekenmarkt 2008", 21. bis 22. Januar 2008, Mainz

Geschrieben am 27.11.2007 - [Nächster Artikel]

Sulzbach am Taunus (ots) - Der Kampf um die Anteile am
Apothekenmarkt ist eröffnet: Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs
unter Krankenkassen (GKV-WSG) forciert nicht nur Rabattverträge
zwischen Herstellern und Krankenkassen, Branchenbeobachter sehen es
auch als Vorbote einer möglichen Liberalisierung. Der Umbruch in der
Apothekenlandschaft könne noch beschleunigt werden, wenn das Fremd-
und Mehrbesitzverbot kippt: In acht bis zehn Monaten will der
Europäische Gerichtshof (EuGH) entscheiden, ob es Pharmazeuten
künftig erlaubt sein soll, mehr als vier Apotheken gleichzeitig zu
führen. Erste Experten prognostizieren nach Informationen der
Financial Times Deutschland bereits das Aus von 4000 bis 6000 der
insgesamt 21.500 deutschen Apotheken. Die Hälfte der Apotheken könnte
zudem im Falle einer Liberalisierung bald in Ketten organisiert sein.
(Quelle: FTD.de, 9.10.2007)

Welche Chancen Apotheken haben, ihre Marktanteile zu verteidigen,
zeigen Branchenvertreter auf der PTI-Konferenz "Apothekenmarkt 2008"
(21.-22. Januar 2008, Mainz): Apotheker, Großhändler und Vertreter
aus Pharmaindustrie und Regierung bilanzieren, wie Rabattverträge den
Vertrieb von Arzneimitteln bislang verändert haben und erörtern das
mögliche Ausmaß an Filialisierung und Apothekenketten. Dabei widmen
sie sich der Frage, ob sich Apotheker durch gezielte
Marketingkooperationen und Strategien zur Kundenbindung gegen
Apothekenketten behaupten können.

Silke Baumann vom Bundesministerium für Gesundheit gibt einen
Überblick über die neuen gesundheitspolitischen und rechtlichen
Rahmenbedingungen und ordnet das deutsche Fremd- und Mehrbesitzverbot
in einem Vergleich mit anderen europäischen Grundfreiheiten ein.

Die Gewinner und Verlierer der gesundheitspolitischen
Neuregelungen wird Susanne Eble, Leiterin Gesundheitsmanagement bei
der Berlin Chemie AG, in ihrem Konferenzbeitrag identifizieren. Zudem
erläutert sie die Folgen der Rabattverträge auf
Arzneimittelversorgung und Volkswirtschaft und zeigt, wie sich
Versorgungsbeziehungen künftig ändern werden.

Der Doc-Morris-Berater Arnt T. Brodtkorb (Sempora Consulting) fand
durch eine Befragung von mehr als 118 Apotheken und 42
Pharmaherstellern heraus, dass die Branche einen weiteren
Verdrängungswettbewerb im Apothekenmarkt erwartet. So schätzten die
Befragten, dass die Zahl der deutschen Apotheken innerhalb der
kommenden fünf Jahre um 4000 zurückgehe. Dagegen würden
Apothekenkooperationen nach Aussage der Befragten zunehmen, ebenso
die Bedeutung des Arzneiversandhandels. Welche Chancen er
Apothekenketten in Deutschland einräumt und was Apotheken vom bereits
liberalisierten norwegischen Apothekenmarkt lernen können, erläutert
Brodtkorb in seinem Konferenzbeitrag. Auch Vertreter der
Internetapotheke myCare und der Discount-Apotheke easyApotheke widmen
sich den neuen Vertriebswegen im Pharmahandel.

Ob es sich für Apotheken lohnen kann, mit anderen Händlern oder
Pharmaunternehmen zusammenzuarbeiten, zeigen Johannes Mönter, Inhaber
der Sanicare-Versandapotheke und Henning Fahrenkamp,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen
Industrie e.V.

Ein Beispiel für eine erste Kooperation zwischen Apotheke und
Drogerie ist das Projekt der niederländischen Versandapotheke Europa
Apotheek Venlo, die ihre Produkte in rund 80 nordrhein-westfälischen
Märkten der Drogeriekette dm vertreibt. Ob sich der Drogeriemarkt als
Logistikdienstleister eignet, wird der Geschäftsführer der Apotheke,
Klaus Gritschneider, anhand seiner Erfahrungen berichten.

Dass Apotheken sensibel auf die Vorgänge am Markt reagieren,
zeigte deren Verhalten nach der Übernahme der Apothekenmarke Doc
Morris durch den Pharmahändler Celesio. Wie Celesio Mitte November
mitteilte, sank sein Großhandelsumsatz in Deutschland um 1,7 Prozent.
Der Verlust sei nicht nur auf die neuerdings gewährten Rabatte,
sondern auch auf ausbleibende Aufträge der Apotheker zurückzuführen.
Die künftige Rolle des Pharmagroßhandels und das veränderte
Verhältnis zwischen Großhandel und Apotheke beleuchtet André Blümel,
Vorsitzender der Geschäftsführung von GEHE Pharma Handel.

Für weitere Informationen: http://www.iir.de/apothekenmarkt/ots

Originaltext: IIR Deutschland GmbH
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/59290
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_59290.rss2

Pressekontakt:
Romy König
Presseabteilung
PTI / IIR Deutschland
Tel: 06196/585-326
E-Mail: romy.koenig@iir.de
 
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