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Unternehmensbesteuerung im weltweiten Vergleich - Staaten machen langsame Reformfortschritte

Geschrieben am 20.11.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) -

PwC-Weltbank-Studie: Bürokratie kostet Unternehmen
durchschnittlich 56 Arbeitstage / Steuersätze spiegeln effektive
Abgabenbelastung weiterhin unzureichend wider

Die steuerlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen haben sich 2007
zwar verbessert, komplizierte Steuersysteme und Verwaltungsabläufe
bleiben aber in vielen Ländern ein Investitionshindernis. So zahlen
Unternehmen in den meisten Staaten der Welt nach wie vor mehr
Steuern, als sich aus den nominalen Gewinn- und
Körperschaftsteuersätzen ablesen lässt. Von sämtlichen Steuern und
Abgaben, die Unternehmen an den Staat abführen, stammen nur 37
Prozent aus der Besteuerung von Gewinnen, wie aus der Studie "Paying
Taxes 2008" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft
PricewaterhouseCoopers (PwC) und der Weltbank hervor geht. Den
Großteil der Steuerlast machen Sozialabgaben, Vermögenssteuern,
Umweltsteuern und andere Abgaben aus. Hinzu kommen erhebliche
Verwaltungsaufwendungen, die mit der Erstellung der Steuererklärung
und der Begleichung der Steuerschuld verbunden sind.

"Die meisten Staaten haben verstanden, dass niedrige Steuersätze
und einfache Steuergesetze mehr Investitionen und damit letztlich
höhere Steuereinnahmen bringen. Auch wenn schnellere Reformen
wünschenswert wären, sind die Rahmenbedingungen per Saldo besser
geworden. Im vergangenen Jahr haben immerhin 31 Länder ihre
Steuersysteme vereinfacht oder die Steuersätze gesenkt, während
lediglich in sieben Staaten Verschlechterungen zu verzeichnen waren",
kommentiert PwC-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Dieter Endres.

Für die Studie wurden die Steuersysteme von 178 Ländern
analysiert. Zur Berechnung der "Total Tax Rate" wurden sämtliche
Steuern und Abgaben erfasst, die von einem Unternehmen tatsächlich zu
zahlen sind. Dabei wurde ein für alle Staaten einheitliches,
repräsentatives Modellunternehmen mit einer vorgegebenen
Gewinnentwicklung zu Grunde gelegt. Zudem wurde erhoben, wie viel
Zeit Unternehmen für die Steuererklärung benötigen und wie viele
Einzelsteuern sie jährlich zu entrichten haben.

Deutschland im Mittelfeld

In Deutschland liegt die effektive Steuerbelastung der Unternehmen
bei knapp 51 Prozent des Bruttogewinns. Damit liegt Deutschland im
Vergleich der G8-Staaten im Mittelfeld. Deutlich niedriger ist die
"Total Tax Rate" im Vereinigten Königreich (35,7 Prozent), während
Frankreich (66,3 Prozent) und Italien (76,2 Prozent) Unternehmen
erheblich stärker belasten als Deutschland.

Die weltweit niedrigsten effektiven Steuersätze haben Steueroasen
wie Vanuatu (8,4 Prozent) oder die Malediven (9,1 Prozent), während
am oberen Ende der Skala die afrikanischen Staaten Gambia (286,7
Prozent), Burundi (278,7 Prozent) und Sierra Leone (233,5 Prozent)
stehen.

Hohes Reformtempo in Osteuropa

Seit 2005 gab es weltweit 90 Steuerreformen in 65 Ländern. Neben
einer Senkung der Steuersätze beinhalteten die Änderungen die
Zusammenlegung verschiedener Steuern, die Einführung elektronischer
Steuererklärungen und sonstige administrative Vereinfachungen. Mit 31
Änderungen am Steuersystem zeigten sich die Staaten in Osteuropa und
Zentralasien besonders reformfreudig.

Auch wenn die Unternehmensteuersätze in dieser Region,
insbesondere in Bulgarien und der Türkei, dank der Reformen gesunken
sind, besteht bei der Vereinfachung der Steuerverwaltung
Nachholbedarf. In Polen beispielsweise versickern über 2,6 Prozent
der Steuereinnahmen in der Steuerverwaltung, während in Schweden die
Verwaltungsaufwendungen nur 0,6 Prozent der Einnahmen ausmachen.

56 Tage für die Bürokratie

Die Ermittlung der Abgaben- und Steuerlast kostet Unternehmen im
weltweiten Durchschnitt 56 Arbeitstage. In Deutschland benötigen
Unternehmen 196 Stunden - allein die Begleichung der Sozialabgaben
erfordert 123 Stunden. Die Bearbeitung der Umsatzsteuer, die in den
Unternehmen nur ein durchlaufender Posten ist, nimmt 43 Stunden in
Anspruch. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim
Zeitaufwand im oberen Mittelfeld (Rang 65).

Bemerkenswert sind die erheblichen Unterschiede innerhalb der EU.
Während die Verwaltung von Steuern und Abgaben in Irland nur knapp 80
Stunden und in Luxemburg noch nicht einmal 60 Stunden pro Jahr in
Anspruch nimmt, müssen sich Unternehmen in Tschechien 930 Stunden mit
Steuern und Abgaben befassen. Hier entfallen allein auf die
Ermittlung und Begleichung der Umsatzsteuer 360 Stunden pro Jahr.

Wie unterschiedlich die Steuersysteme im europäischen Binnenmarkt
sind, zeigt der Vergleich der pro Jahr zu berücksichtigenden
Steuertermine. Während in Schweden nur zwei Zahlungen jährlich fällig
sind, müssen Unternehmen in Frankreich 23 Termine und in Rumänien
sogar 96 Termine beachten. In Deutschland fallen 16 Zahlungen an.

Das gemessen am Zeitaufwand aufwändigste Steuer- und Abgabensystem
leistet sich weltweit Brasilien. Zur Bewältigung der gesetzlichen
Verpflichtungen müssen Unternehmen hier 2.600 Stunden einplanen.
Hierfür benötigen Unternehmen mit Sitz auf den Malediven nicht einmal
eine Stunde pro Jahr.

Die Studie "Paying Taxes 2008: The global Picture" können Sie bei
angegebenem Pressekontakt bestellen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Prof. Dr. Dieter Endres PricewaterhouseCoopers AG WPG Mitglied des
Vorstands, Leiter des Bereichs Tax Tel.: 069 - 9585 6459
dieter.endres@de.pwc.com

Redaktionshinweis:

Die PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ist
in Deutschland mit 8.390 Mitarbeitern und einem Umsatzvolumen von
rund 1,35 Milliarden Euro eine der führenden Wirtschaftsprüfungs- und
Beratungsgesellschaften. An 28 Standorten arbeiten Experten für
nationale und internationale Mandanten jeder Größe. PwC bietet
Dienstleistungen an in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und
prüfungsnahe Dienstleistungen (Assurance), Steuerberatung (Tax) sowie
in den Bereichen Transaktions-, Prozess- und Krisenberatung
(Advisory).

Originaltext: PwC PriceWaterhouseCoopers
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/8664
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_8664.rss2

Pressekontakt:
Claudia Mende
PricewaterhouseCoopers AG WPG
Corporate Communications / Presse
Tel. 069 - 9585 3179
claudia.mende@de.pwc.com
 
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