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Deutscher Mittelstand: Der lange Weg vom "Hidden Champion" zum "Visible Champion"

Geschrieben am 19.11.2007 - [Nächster Artikel]

München (ots) - Der Fachkräftemangel trifft das Rückgrat der
deutschen Wirtschaft, den Mittelstand, besonders hart - doch Not
macht erfinderisch: Neue Recruiting-Strategien halten Einzug in
Personalabteilungen und Chefetagen.

Man stelle sich vor, es gäbe Arbeit und keiner ginge hin. So oder
ähnlich ergeht es vielen mittelständischen Unternehmern, die
händeringend nach Ingenieuren, Technikern, IT-Spezialisten oder
Azubis suchen und trotz großer Bemühungen keine passenden Bewerbungen
erhalten. Fünf Experten aus unterschiedlichen Bereichen folgten
gestern der Einladung von Jobs.de, um im Sofitel Bayerpost in München
das Thema "Fachkräftemangel - Recruiting-Strategien für den
Mittelstand" aus mehreren Richtungen zu beleuchten. Für eine
facettenreiche Diskussion sorgten Mario Ohoven, Präsident des
Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Andrea Stellwag,
Geschäftsführerin Finanzen und Personal der ConSol* Software GmbH,
Eberhard von Rundstedt, Geschäftsführer von Rundstedt und Partner
Recruiting, Philip Jacobs, Pressesprecher von IKOM - dem
Karriereforum der TU München und Johannes Hack, Geschäftsführer der
JobScout24 GmbH. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Herrn Prof.
Dr. Schauf von der Fachhochschule für Oekonomie & Management Essen.

Mittelständische Unternehmen haben im Unterschied zu Großkonzernen
ein schwerwiegendes Problem: Trotz einer eventuellen Poleposition im
Markt sind sie potenziellen Bewerbern nahezu unbekannt. Befragt man
die begehrten "High Potentials" unter den Naturwissenschaftlern,
Studenten der Betriebswirtschaftslehre, der Informatik und der
Ingenieurwissenschaft nach ihren Vorstellungen, so bestätigt sich
immer wieder, dass eben diese Bewerber sich eine Zukunft im
Großkonzern wünschen. Philip Jacobs: "Ich halte das für ein großes
Problem: Meine Kommilitonen präferieren eindeutig die Großkonzerne.
Der Mittelstand muss deutlich mehr tun als bisher. Mein Rat wäre in
diesem Zusammenhang: Mausern Sie sich vom 'Hidden Champ zum Visible
Champ'."

Bekannte Marke oder Karriere?

Im Gegensatz zu deutschen Großkonzernen zeigen Mittelständler
immer noch viel zu wenig Präsenz am Campus und in den Schulen. Mario
Ohoven: "Ich appelliere dringend an den Mittelstand, jetzt schon
selbst den benötigten Nachwuchs auszubilden und sich den
Hochschulabsolventen als interessante Alternative zu den Konzernen zu
präsentieren. Die Mittelständler müssen verstärkt Kontakt aufnehmen
zu Gymnasien und Universitäten, denn die Konzerne machen das bereits
seit geraumer Zeit. Für den Mittelstand hingegen ist das ein ganz
neues Terrain." Täten sie dies, so die Experten, könnten sie ihre
Attraktivität unter Beweis stellen und zeigen: Hier sind die Wege
kurz, die Hierarchien flach und der Traum von einer Karriere keine
Seifenblase.

Recruiting - so individuell wie der Bewerber.

In den seltensten Fällen spielt die Bezahlung die Hauptrolle bei
der Entscheidung für oder gegen einen neuen Arbeitgeber. Bewerber
müssen heute mehr denn je umworben werden, und das geht nur über
maßgeschneiderte Angebote. "Personalpolitische Maßnahmen müssen in
zwei Gruppen eingeteilt werden: Was kann ich kurzfristig und was kann
ich langfristig tun?", so Eberhard von Rundstedt. "Langfristig zahlt
sich beispielsweise die Förderung von Nachwuchstalenten aus. Das
beginnt damit, dass man pfiffigen Praktikanten auf die Schulter
klopft und sagt 'Die Rechnung für die Studiengebühren schicken Sie
mir.' - und dann natürlich den Kontakt aufrecht erhält. Unternehmer
dürfen nicht immer nur im Hier und Jetzt leben. Wichtig ist, sich
darüber klar zu werden, wo man hin will und welche Ressourcen man
dazu braucht." Recruiting ist Chefsache, darüber waren sich alle
Diskutanten einig. "In vielen anderen Bereichen werden
selbstverständlich Profis eingekauft, beispielsweise für die
Steuererklärung oder die Buchhaltung - nur im Human Ressource
Management nicht. Oft genug verpassen Unternehmen dadurch Chancen,
dass die Sekretärin Personalmanagement 'mal so mit macht' - selbst im
gehobenen Mittelstand."

Broterwerb versus Wohlfühl-Unternehmen

Andrea Stellwag kennt das Thema Fachkräftemangel bestens. "Die
Situation ähnelt der des Internet-Hypes in den Jahren 1999 und 2000.
Wir haben damals schon ein erfolgreiches Personalmarketing-Konzept
entwickelt, das wir seitdem beständig optimiert haben. Unsere
Mitarbeiter sind handverlesen, denn sie sind unser Kapital." Doch
Personalbeschaffung ist nicht alles. "Wir setzen auf eine gute
Unternehmenskultur. Bei uns sind die Mitarbeiter Mitunternehmer, die
durch ein ausgeklügeltes Beteiligungssystem auch pekuniär vom Erfolg
des Unternehmens profitieren. Familienfreundlichkeit wird bei uns
groß geschrieben. Die Work-Life-Balance muss stimmen, deshalb können
unsere Mitarbeiterinnen mit Kindern jederzeit wieder einsteigen,
natürlich auch Teilzeit. Wir bieten möglichst viel Flexibilität an,
d.h. die Mitarbeiter können auch mal im Home Office arbeiten."

Bekanntheit steigern heißt konkurrenzfähig bleiben.

"Wer Bewerber sucht, muss Image- und Markenbildung betreiben", so
Johannes Hack. "Es reicht nicht mehr, sich zu überlegen, wie man den
akuten Bedarf an Mitarbeitern decken kann. Man muss mittel- und
langfristig das eigene Unternehmen bekannt machen. Mittelständische
Unternehmen müssen endlich begreifen, dass sie in Analogie zum
Produktmarketing echtes Branding betreiben müssen, eben das viel
zitierte Employer Branding. Ansonsten wandern die besten Köpfe direkt
zu den Großkonzernen." Und das fängt schon bei der Stellenanzeige an.
"Ein Unternehmen, das sich klar macht, dass sich derzeit 159 andere
Firmen um ein und denselben IT-Projektmanager bemühen, sollte sich
bereits über die Ausschreibung differenzieren. Jobs.de, die
Jobsuchmaschine der JobScout24 GmbH, sorgt dann für die nötige
Reichweite."

Über Jobs.de:

Jobs.de, die Jobsuchmaschine der JobScout24 GmbH, scannt die
Websites von über einer Million deutscher Unternehmen nach aktuellen
Stellenangeboten. Das von Jobs.de generierte Angebot ist geografisch
breit gestreut - selbst in ländlichen Gebieten kann die
Jobsuchmaschine mit einer Vielzahl offener Stellen aufwarten.
Umfangreiche Ergebnislisten lassen sich anhand von automatisch
vorgeschlagenen Filterkategorien nach Region, Tätigkeitsbereich und
Position effizient und sinnvoll vorselektieren. Arbeitssuchende
profitieren dabei von intuitiver Suchfunktionalität ebenso wie von
der anschaulichen Darstellung der Trefferlisten in digitalen Karten,
auf Wunsch auch als Layer für Google Earth. Unternehmen wiederum
bietet Jobs.de eine kostengünstige Möglichkeit, ihre Stellenangebote
ohne großen Aufwand einer breiten Zielgruppe zugänglich zu machen.
Kooperationen mit reichweitenstarken Portalen wie beispielsweise
dasÖrtliche.de runden dieses Angebot ab. Die Initiative Mittelstand
würdigte das Angebot von Jobs.de bereits kurz nach dem Start mit dem
Innovationspreis 2007 in der Kategorie "Web 2.0".

Weitere Informationen finden Sie unter www.jobs.de Primärdaten und
Statistiken über aktuelle Entwicklungen auf dem deutschen
Arbeitsmarkt erhalten Sie jederzeit auf Anfrage.

Originaltext: JOBSCOUT24
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/17672
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_17672.rss2

Pressekontakt:
Alexandra Schiekofer
Rosenheimer Straße 145i
81671 München

Tel +49 (0)89/45036 301
Fax +49 (0)89/45036 101
E-Mail: presse@jobs.de
 
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