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BME: Streiks forcieren Rückverlagerung auf überlastete Straße

Geschrieben am 02.11.2007 - [Nächster Artikel]

Frankfurt am Main (ots) - Nachdem das Landesarbeitsgericht in
Chemnitz für Streiks der Lokführergewerkschaft GDL im Güter- und
Fernverkehr grünes Licht gegeben hat, erwartet der Bundesverband
Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME), Frankfurt, im
Fall des angedrohten Arbeitskampfes massive Probleme im
Nachschubbereich der Unternehmen. Je nach Streikintensität und Dauer
der Arbeitsniederlegung könnten bis zu 80 Prozent der auf Schiene
transportierten Güter brach liegen. Rund 20 Prozent der Güter werden
mit Privatbahnen bewegt.

Der strategische Einkauf beschäftigt sich im Rahmen von
Risikomanagement-Systemen auch mit Beeinträchtigungen durch
Arbeitskämpfe. "Viele Unternehmen haben sich im Vorfeld um
Alternativen zur Deutschen Bahn umgesehen", so Dr. Holger
Hildebrandt, Hauptgeschäftsführer des BME. Das Problem:
Ausweichmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Der Straßengüterverkehr
ist ausgelastet, es gibt weder Fahrer noch Kapazitäten. Auch das
Binnenschiff ist nur für wenige Güter eine Option. Insbesondere für
flüssige und gasförmige Stoffe ist die Schiene das Transportmittel
Nummer eins.

Auch privaten Dienstleistern droht der der Stopp, wenn lahm
gelegte Züge Gleise und Rangierbahnhöfe blockieren. Die Privaten
können ohnehin nur einen Bruchteil des Warentransports übernehmen,
sie spielen daher im Streikfall in den Überlegungen der Verlader kaum
eine Rolle.

Hildebrandt geht davon aus, dass die Mehrheit der Unternehmen
einen Streik von einem Tag bis zu zwei Tagen überbrücken könnte.
Solange reichen die einkalkulierten Sicherheitsreserven. "Danach wird
sich der Versorgungsengpass auf die Produktivität auswirken", so
Hildebrandt. Auf Just-in-time ausgerichtete Industrien, wie
Montanindustrie, chemische Industrie und die Automotivbranche, wären
von einem längeren Arbeitskampf besonders betroffen. Auch die
Mineralöl- und Kraftwerksversorgung wäre stark beeinträchtigt. Zudem
würde der Im- und Export über die Seehäfen schnell zum Erliegen
kommen. Der Container-Stau würde binnen kurzer Zeit die
Lagerkapazitäten überlasten.

Hildebrandt: "Die Gewerkschaft der Lokomotivführer muss sich ihrer
Verantwortung schon im eigenen Interesse bewusst sein. Streiks sorgen
für große Unsicherheit bei den Bahnkunden. Haben diese erstmal eine
Rückverlagerung ihrer Transporte auf die ohnehin überlastete Straße
eingeleitet, gehen dem Schiengüterverkehr langfristig Kunden
verloren." Hildebrandt appelliert an die Beteiligten, im Interesse
der deutschen Wirtschaft umgehend eine umgehende Einigung
herbeizuführen.

Originaltext: Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/43266
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_43266.rss2

Pressekontakt:
Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e.V. (BME)
Sabine Ursel, Pressesprecherin
Bolongarostraße 82, 65929 Frankfurt
Tel. 0 69/3 08 38-1 13, Mobil 01 63/3 08 38 00,
E-Mail: sabine.ursel@bme.de
 
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