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Coface setzt Spanien und Rumänien auf negative Watchlist - USA und Großbritannien weiter unter negativer Beobachtung

Geschrieben am 24.10.2007 - [Nächster Artikel]

Mainz (ots) - Spanien ist die dritte große Industrienation, die im
Länderrating der Coface in 2007 auf die negative Watchlist gesetzt
wurde. Wie der internationale Anbieter von Lösungen im
Forderungsmanagement mitteilt, steht das Land in der Gefahr, von der
Immobilienkrise angesteckt zu werden und damit in eine ähnliche
Situation zu geraten wie die USA und Großbritannien, die bereits im
April bzw. Juli unter negative Beobachtung gestellt wurden. Alle drei
Länder bleiben aber in der höchsten Stufe A1. Allerdings geriet auch
die Bewertung von Rumänien mit A4 auf die negative Watchlist. Der
rumänische Leu ist die Währung eines Emerging Countries, die am
meisten in Gefahr ist. Dies macht Rumänien anfällig für eine
Vertrauenskrise.

In Spanien erreicht die Verschuldungsrate der Haushalte mit 130%
der verfügbaren Einkommen Ausmaße, die denen in Großbritannien (163%)
und in den USA (138%) vergleichbar sind. Unternehmerische
Investitionen leiden unter der Kreditdrosselung, zumal hier ebenfalls
die hohe Verschuldung belastend wirkt. So ist Spaniens Wachstum
rückläufig und sollte sich im Vergleich zu 3,8% in diesem Jahr in
2008 auf 2,9% reduzieren. Dies ist vor allem auf den Rückgang im
Immobilienmarkt zurückzuführen, der wesentlich zu Wachstum und
Beschäftigung beiträgt, sowie auf den Rückgang des privaten Konsums
von 3,2% auf 2,7%. Das Zahlungsverhalten, das bislang
zufriedenstellend war, droht sich zu verschlechtern. Vor allem kleine
und mittlere Unternehmen, die vom Immobilienmarkt abhängen, wie
Immobilienmakler, Hersteller und Händler von Baumaterialien und
Ausstatter, und deren Anzahl gerade in den letzten Jahren zugenommen
hat, sind oft verschuldet und sehen sich mit einem nur zögerlichen
Wachstum konfrontiert. "Spanien teilt den gefährlichen Cocktail aus
Immobilienblase und Verschuldung der privaten Haushalte mit den USA
und Großbritannien", erläutert Yves Zlotowski, Chefökonom der Coface.

Rumänien ist besonders hart getroffen von der Finanzkrise, die
diesen Sommer in den USA ausgelöst wurde. Der Leu ist deutlich
gefallen und damit in den aufstrebenden Ländern die am stärksten
gefährdete Währung. Die Anfälligkeit für eine Vertrauenskrise ist
besonders hoch. Die rapide ansteigende Verschuldung privater
Haushalte lässt auch bei den Unternehmen mit einer Verschlechterung
des Zahlungsverhaltens rechnen. Bei einem weiteren Verfall der
Währung oder einem Konjunkturabschwung würden die Unternehmen
ernsthaft geschwächt. Schließlich haben Uneinigkeiten in der
Regierungskoalition Reformen verzögert, die gerade auch solche im
Governance-Bereich betreffen.

Die USA verbleibt auf der negativen Watchlist, auf die sie im
April gesetzt wurde. Coface unterstreicht damit die Anzeichen für
eine Verlangsamung des amerikanischen Wachstums, die Schwierigkeiten
auf dem Immobilienmarkt sowie die Kreditdrosselung und deren mögliche
Auswirkungen auf die Bonität der Unternehmen. Ein ähnliches Bild
zeichnet sich in Großbritannien ab, dessen negative Beobachtung vom
Juli daher aufrecht erhalten wird. Die Wirtschaftsexperten von Coface
vertreten die Auffassung, dass der Rückgang der amerikanischen
Konjunktur in 2008 noch anhalten wird. Insbesondere solche
Unternehmen könnten geschwächt werden, die mittels einer Übernahme
durch Investoren (LBO) finanziert werden, und zwar vor allem dann,
wenn sie mit einer Kreditverknappung konfrontiert sind. Eine
Wachstumsverlangsamung droht auch Großbritannien. Am stärksten
gefährdet sind der Einzelhandel und nahestehende Sektoren.

Die Coface-Bewertungen berücksichtigen insbesondere das
Zahlungsverhalten der Unternehmen in den jeweiligen Ländern, aber
auch Rahmenfaktoren wie geopolitische und regierungspolitische
Risiken, konjunkturell bedingte Verwundbarkeit, das Risiko einer
Devisenliquiditätskrise und die Höhe der Auslandsverschuldung. Das
Rating ist ein guter Indikator für Unternehmen, die mit oder in
diesen Ländern Geschäfte machen. Die Bewertungen folgen einer
ähnlichen siebenstufigen Skala wie die der Ratingagenturen: A1 bis A4
(Investmentgrades entsprechend), B, C und D (mittleres bis hohes
Risiko).

Originaltext: Coface Deutschland
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/51597
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_51597.rss2

Pressekontakt:
Coface Holding AG
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Erich Hieronimus oder Stephanie Gothe
Isaac-Fulda-Allee 1
55124 Mainz
Telefon: 06131/323-541 oder - 542
Telefax: 06131/323-70-541
Mail:erich.hieronimus@coface.de oder stephanie.gothe@coface.de
Homepage:www.coface.de
 
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